Wie schmeckt das Wasser? Das ist für Wale nur eine Orientierungsmöglichkeit. Sie stoßen auch Laute aus und richten sich dann nach dem Echo. Kommt eines, ist ein Hinderniss im Weg.Grindwale jagen tief unten im stockdunklen Meer nach Tintenfischen und schwimmen dann wieder nach oben, zum Luft schnappen. Oft schwimmen ist weite Strecken. Aber wie finden sie dabei eigentlich den richtigen Weg? „Grindwale schwimmen oft in großen Gruppen durch das Meer“, sagt Karsten Brensing. Er ist Meeresbiologe bei der Internationalen Wal- und Delfinschutz-Gesellschaft.
Diese Gruppen von Walen heißen auch Schulen. In so einer Schule können mehrere hundert Tiere schwimmen. In jeder dieser Gruppen gibt es ein Leittier. Also einen Wal, der voraus schwimmt. Der gibt die Richtung an. „Wenn so ein Leittier krank oder verletzt ist, kann es sich auch mal im Weg vertun“, sagt der Experte.
Oft schwimmen die Grindwale auch durch Meeresströmungen. Und die erkennen sie am Geschmack - sie schmecken sich also auch durchs Meer und folgen so einer bestimmten Richtung. Außerdem haben Grindwale so eine Art Kompass im Kopf, der ihnen Richtungen anzeigt. Weite Strecken kriegen sie wahrscheinlich auch von ihren Eltern beigebracht.
„Vor allem aber orientieren sich Grindwale mit Hilfe von Lauten“, sagt Karsten Brensing. Sie geben also einen lauten Knall ins Meer ab. Ist dann zum Beispiel ein Fels in der Nähe, kommt die sogenannte Schallwelle des Geräuschs wieder zurück. Das hören sie dann und wissen: Hier ist ein Fels. Bloß nicht dagegen schwimmen.
Mit Hilfe der Geräusche hören sie zum Beispiel auch, wo ihre Beute schwimmt. „Dafür braucht man ein extrem gutes Gehör“, sagt der Experte. Und es muss leise sein. Wenn viel Lärm im Wasser ist, könnten die Wale verwirrt sein und so den Weg nicht mehr finden. Ein Unwetter oder auch ein vorbeifahrendes Schiff kann viel Krach machen. So kann es zum Beispiel passieren, dass sie versehentlich in eine Bucht schwimmen, und dort stranden.
„Grindwale stranden sehr häufig“, sagt der Experte. So wie im Januar 2012 in Neuseeland. In derselben Gegend sind in den vergangenen Monaten besonders häufig Grindwale gestrandet. Warum, weiß aber keiner so genau.
dpa