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Erst wenn die Schildkröten geschlüpft sind, werden sie wieder in die Freiheit entlassen. (Foto: dpa) Erst wenn die Schildkröten geschlüpft sind, werden sie wieder in die Freiheit entlassen.
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Buddeln für den Nachwuchs

Die See ist stürmisch. Der Sturm namens Alex hat das Meerwasser im Golf von Mexiko aufgepeitscht. Die hohen Wellen bereiten den Männern Schwierigkeiten, die die Ölpest in der Bucht stoppen wollen. Noch immer fließen täglich Millionen Liter Öl ins Meer, seit dort im April eine Bohrinsel explodiert und kurz darauf gesunken war.

Das Öl schwappt inzwischen bis an die Küsten des US-Bundesstaates Florida und bedroht dort die Tiere und Pflanzen - darunter auch die Meeresschildkröten. Tierschützer sagen, dass rund 500 der gepanzerten Tiere von der Ölkatastrophe betroffen sind. Mehrere Hundert sind schon daran gestorben. Dabei sind die Tiere vom Aussterben bedroht und stehen daher unter Naturschutz.

Mehr als 800 Nester haben die gepanzerten Tiere in den Sand gebuddelt und rund 70 000 Eier abgelegt. Nun soll der von der Sonne aufgeheizte Sand die Eier ausbrüten. Nach ein paar Tagen werden dann die kleinen Schildkröten schlüpfen und sich mühsam zurück ins Meer robben.

Doch dort wartet auf sie der sichere Tod, sagen amerikanische Tierschützer. Sie befürchten, dass die frisch geschlüpften Schildkröten durch die Ölschmiere im Wasser verenden werden. Doch nicht nur das Öl ist gefährlich für die Tiere: Auch die Chemikalien, mit denen gerade versucht wird, den Ölteppich aufzulösen, könnten die Schildkröten vergiften.

Die amerikanische Regierung hat daher beschlossen, die Schildkröten zu retten. Dutzende von Helfern sind nun an den Küsten unterwegs und buddeln die Nester aus. Dabei müssen sie sehr vorsichtig sein, denn die Schale von Schildkröteneiern ist dünn und weich wie Leder.

Anschließend werden die Eier in kleine Boxen aus Styropor gelegt. Die Boxen werden erst in einer Lagerhalle abgestellt, bis die Schildkröten schlüpfen. Dann werden sie an eine andere Küste transportiert, wo die Tiere ins Meer schwimmen können - weitab vom Öl.

Ob die Rettungsaktion klappen wird, wissen die Tierschützer nicht. Manche Schildkröten könnten auch bei dem Transport sterben. Doch die Tierschützer wissen: Wenn die Schildkröten in den Golf von Mexiko schwimmen, haben sie eine viel kleinere Chance zu überleben.

Von Regine Warth