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Oft ist es nicht sicher, ob der Ball him Tor war oder nicht. (Foto: dpa) Oft ist es nicht sicher, ob der Ball him Tor war oder nicht.
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Das Runde ist nicht immer im Eckigen

Er war drin. In der Zeitlupe ist es genau zu sehen, wie der Ball an der Latte abprallt und zu Boden geht - hinter der Torlinie. Es wäre das 2:2 für England gewesen. Doch während der Schütze Frank Lampard jubeln will - lässt der uruguayische Schiedsrichter Jorge Larriando weiterspielen. Fassungslosigkeit bei den Engländern im Free-State-Stadion in Südafrika. Glück für die deutsche Nationalelf: Sie hat einen Treffer nicht kassiert, der doch einer war.

Viele Zuschauer haben sich bei diesem Spiel am Sonntag an die Weltmeisterschaft vor 44 Jahren erinnert. Denn damals gab es eine ähnliche Situation. Am 30. Juli 1966 spielte England gegen Deutschland. Die Briten siegten 4:2 und wurden Weltmeister. Doch ein Tor nehmen die Deutschen ihnen bis heute übel - das sogenannte Wembley-Tor. Torwart Tilkowski kassierte einen Treffer, der für die meisten Experten keiner war: In der 100. Minute schießt der Engländer Geoff Hurst an die Latte, der Ball springt auf die Linie und aus dem Tor. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst entscheidet auf Tor. England führt mit 3:2. Engländer und Deutsche streiten sich bis heute darüber, ob der Ball drin war.

Tatsächlich fragen sich bei Fußballweltmeisterschaften ziemlich oft Schiedsrichter, Spieler und Fans: War es ein Tor oder nicht? So hat der ehemalige französische Nationalspieler Zinédine Zidane beim WM-Finale 2006 Frankreich gegen Italien einen Elfmeter gegen die Latte geschossen. Der Ball sprang von dort auf den Boden, wieder gegen die Latte und aus dem Tor. Kurz darauf gelang dem Franzosen David Trezeguet bei einem Strafstoß ein ähnliches Kunststück. Beide Treffer wurden gewertet.

Viele Experten sagen, dass die Schiedsrichter oft keine Chance haben, genau zu erkennen, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht. Denn der Aufprall eines Fußballs dauert oft weniger als eine Hunderstelsekunde. So schnell kann der Schiedsrichter gar nicht gucken und muss trotzdem entscheiden, ob das Tor gegeben werden kann.

Glück also für Deutschland, dass der Schiedsrichter am Sonntag nicht richtig hingeguckt hat. So hat sich die Fußball-Geschichte wiederholt. Mit dem nicht gegebenen Tor ist das Wembley-Tor ausgeglichen.

Von Regine Warth