Seit 18 Jahren wird der Gletscher mit Matten und Lastwagenplanen abgedeckt. Die Schutzhülle soll das Eis vor Sonne und Regen schützen. Das Eis schmilzt. Kein Wunder, ist ja auch Sommer. Doch was bei Zitroneneis und Erdbeereis nicht weiter schlimm ist, kann auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze mit ihren 2962 Metern, zu einer Katastrophe werden. Vergangenen Winter hat es auf der Zugspitze wenig geschneit. Und jetzt kommt das sommerliche Tauwetter, das die wenigen übrigen Eismassen zum Schmelzen bringt. Und so wird der Gletscher in den Alpen von Jahr zu Jahr kleiner.
Die Zugspitze hat daher nun ein Mäntelchen anbekommen - aus Plastik. Seit 18 Jahren wird der Gletscher mit Matten und Lastwagenplanen abgedeckt. Die Schutzhülle soll das Eis vor Sonne und Regen schützen. Rund 500 Quadratmeter werden so abgedeckt. Das ist etwa so viel wie ungefähr 125 Doppelbetten. Vor einem Jahr war der Schutzmantel sogar noch größer. Da haben die Helfer 6000 Quadratmeter der Eismassen abgedeckt, was beinahe einer Größe eines Fußballfelds entspricht.
Die hellen Plastikplanen sollen das Sonnenlicht reflektieren. Denn während schwarze Folie die Sonnenwärme aufnimmt und sich stark aufheizt, bleibt das Eis unter weißer Folie kühl. Experten sagen, dass das Eis auf diese Weise fast gar nicht mehr schmilzt. Auch in der Schweiz und in anderen Alpenländern packt man daher einen Teil der Gletscher stets zur Sommerzeit in Plastik ein.
Doch auch wenn die Idee sich gut anhört, so ist das Schutzmäntelchen für den Gletscher nur eine kleine Hilfe. Denn um einen Gletscher von der Spitze bis ins Tal einzuhüllen, bräuchte es viel mehr Plastik. Umweltschützer sagen, dass die Abdeckung das Abschmelzen der Gletscher verlangsamt, aber nicht verhindert. Um die Eismassen in den Alpen zu erhalten, sollten die Menschen lieber mehr gegen die Klimaveränderung unternehmen und beispielsweise weniger Auto fahren.
Von Regine Warth