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Wenn das Schmutzwasser das Werk wieder verlässt, ist das Wasser fast so sauber, wie es zu Hause aus dem Hahn kommt. (Foto: dpa) Wenn das Schmutzwasser das Werk wieder verlässt, ist das Wasser fast so sauber, wie es zu Hause aus dem Hahn kommt.
Foto: dpa

Putzige Tierchen im Schmutzwasser

In den großen Becken im Klärwerk Ruhleben in Berlin schwimmt eine Menge trübes Wasser. Es sieht schmutzig aus und es stinkt! Kein Wunder, denn mit diesem Wasser wurden dreckige Böden geputzt. Viele Menschen haben ihre Wäsche damit gewaschen oder es durch ihre Toiletten gespült. Hier kommt Abwasser aus vielen Stadtteilen Berlins an. Wenn es das Werk wieder verlässt, ist das Wasser fast so sauber, wie es zu Hause aus dem Hahn kommt.

Noch schwimmt im Wasser aber viel Schmutz und andere Dinge: Klopapier, Essensreste, Verpackungen. Sie werden im Klärwerk mit einer großen Rechenanlage aus dem Wasser gefischt. Dabei kommen manchmal auch komische Sachen zum Vorschein: „Wir haben hier schon Armbanduhren, Kinderschnuller oder Buddelformen im Wasser entdeckt“, sagt Uwe Schultze. Er führt Besucher durch die Werke und erklärt ihnen, was dort alles passiert.

Auch eine Menge grober Sand, Kies und Steine haben sich ins Abwasser gemischt. Das wird alles an der nächsten Station des Klärwerks herausgeholt, dem Sandfang. Dort fließt das Wasser ganz langsam durch lange Rinnen. Dabei setzen sich der Sand und andere schwere Stoffe am Boden ab. Sie werden zu einem Trichter geschoben und aussortiert. Dann fließt das Wasser noch langsamer durch das Vorklärbecken. Dort wird der dunkle Schlamm herausgefiltert.

Es steckt aber auch noch Schmutz im Wasser, den man nicht einfach so heraussieben kann. Dazu gehören zum Beispiel Waschmittelreste, die im Wasser gelöst sind. Oder das, was in der Toilette landet. Zum Glück gibt es Bakterien und winzig kleine Tierchen, die diese Dinge zum Fressen gern haben. Eine Art davon heißt Bärtierchen. Sie haben acht Beine und ähneln etwas einem Teddybär. Und sie sind so klein, dass man sie kaum erkennen kann.

Solche Tierchen tummeln sich im Klärwerk im so genannten Belebungsbecken. Sie machen einen Schlamm aus dem gelösten Schmutz, der belebter Schlamm genannt wird. An der nächsten Station, dem Nachklärbecken, kann auch dieser Schlamm in Ruhe nach unten sinken und wird so vom Abwasser getrennt.

Nun riecht man endlich das Ergebnis: Das Wasser stinkt nicht mehr! Es ist schon ziemlich sauber. Doch so kommt es noch nicht gleich in die Leitungen, die bis zu unseren Wasserhähnen reichen. Zuerst fließt es in die Natur zurück. Dort sickert es in den Boden und wird so noch weiter gefiltert. Erst später kommt es in die Wasserwerke. Die sorgen dafür, dass zu Hause immer sauberes Wasser aus dem Hahn fließt.

Juliane Gringer