Frankreich gilt auch als Ursprungsland des Balletts. Dabei stammt das Wort Ballett eigentlich vom italienischen Wort „ballare“, was „tanzen“ bedeutet. Alles tanzt. Es braucht nicht viel dazu. Manchmal genügt nur ein Gefühl, manchmal nur eine Melodie, und schon zuckt es in den Beinen. Die Lust am Tanzen kommt nicht von ungefähr. Sie ist seit Urzeiten in den Menschen verwurzelt. Forscher sagen, dass schon die alten Ägypter getanzt haben, um sich mitzuteilen. Auch Tiere haben den Dreh raus. So hüpfen die Paradiesvögel hin und her, um dem Weibchen zu sagen, dass sie es gernhaben. Auch Bienen fliegen zick-zack, wenn sie zeigen wollen, wo es den besten Nektar gibt.
Tanzen, so heißt es, erzählt Geschichten ohne Worte. Gerade im Ballett scheinen die Tänzer viel gefühlvoller zu erzählen, als man es je mit der Sprache könnte. Ihre Bewegungen erzählen beispielsweise das Märchen vom Nussknacker, der eigentlich ein verzauberter Prinz ist. Oder sie beschreiben, wie sich ein Prinz in ein Schwanenmädchen verliebt.
Wenn im Ballett gesprochen wird, dann nur auf Französisch – und auch nur, wenn die Ballettlehrerin den Tänzern Anweisungen erteilt. Da heißt es „ecarté derrière“ (auseinander) oder „de coté“ (seitwärts tanzen). Frankreich gilt auch als Ursprungsland des Balletts. Dabei stammt das Wort Ballett eigentlich vom italienischen Wort „ballare“, was „tanzen“ bedeutet.
Tatsächlich soll es auch die Italienerin Katharina von Medici gewesen sein, die das Ballett bekannt gemacht hat. Das war vor knapp 500 Jahren. Es heißt, sie habe Tänzer aus Italien bei ihrer Hochzeit mit dem französischen König Heinrich II. auftreten lassen. Die Tänzer hatten die höfischen Posen, wie den Knicks, in Tänze umgesetzt. In Stuttgart wurde diese Tanzform zum ersten Mal vor 300 Jahren im Schloss aufgeführt. Damals noch um den König zu erfreuen. Heute gilt das Stuttgarter Ballett als eine der besten Gruppen weltweit.
Doch Ballett ist nicht einfach Ballett. Es ist eine Kombination aus Tanz, Musik, Bühnenbild, Kostümen und Beleuchtung. Das haben 15 Kinder bei der Schlau-mit-Paul-Aktion im Stuttgarter Ballett gelernt.
Tänzer:
Wer auf der Bühne tanzt, hat lange Jahre eine Ballettschule besucht. Doch auch die ausgebildeten Tänzer müssen an der Stange bleiben. Bis zu acht Stunden täglich trainieren sie – manche sogar ein bisschen länger. Der Spitzentanz ist der Höhepunkt im Ballett. Dafür braucht es besondere Schuhe. Die sind aus vielen Lagen Pappe, Sackleinen und Satin gefertigt. Die steife Spitze gibt den Zehen Halt. Aufgrund der Belastung wird die Pappe weich. Daher verbrauchen Tänzer zehn Paar im Monat.
Choreograf:
Die Tänzer springen, schweben, landen – stets nur auf Anweisung. Der Choreograf bestimmt, wie getanzt wird. Er denkt sich die Tanzschritte aus und schreibt sie auf. Das sieht dann aus wie die Notenblätter, eines Musikers. Zudem entscheidet er mit dem Regisseur über das Bühnenbild, die Kostüme und die Beleuchtung.
Bühnenbild:
Wer einen Blick in die Theaterwerkstatt des Stuttgarter Opernhauses wirft, entdeckt ein Chaos. Alles steht in dieser Werkstatt durcheinander: Farbtöpfe, Leinwände, Holzbretter. Daraus basteln die Schreiner, Bildhauer und Handwerker eine Märchenlandschaft, die dann bei den Aufführungen im Hintergrund zu sehen ist.
Kostüme:
Ein Schrank voller Kleider – doch nicht 20, 30 Hosen und Röcke hängen darin. Weit gefehlt. Im Kleiderschrank des Stuttgarter Opernhauses gibt es 120000 Kostüme – ob Prinzessinnenschuhe, Hochzeitskleider, Uniformen oder Rüstungen. Und wenn das passende Kleid doch nicht mit dabei ist, wird ein neues gemacht. Dazu hat es eine eigene Schneiderei.
Modisterei:
Wer in der Modisterei arbeiten darf, ist stets gut behütet. Denn hier werden die Hüte und Mützen für die Aufführungen gefertigt – und da finden sich lustige Exemplare wie eine Kappe, gefertigt aus Hunderten von Bonbons. Die fallen ganz schön ins Gewicht. Knapp zwei Kilo musste der Tänzer auf dem Kopf schleppen. So viel wiegt der Süßigkeitenhut.
Beleuchtung:
Knapp 500 Scheinwerfer rücken die Tänzer auf der Bühne ins rechte Licht. Sie alle werden von einem Beleuchter ein- und ausgeschaltet – doch nicht irgendwie: Jede Szene hat ihr besonderes Licht. Da kann es ganz hell sein oder flackern und blitzen. Und wenn die Ballerina ihren Auftritt hat, wird auch mal nur ein Scheinwerfer angeschaltet – nur für sie allein.
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Wer auf der Bühne tanzt, hat lange Jahre eine Ballettschule besucht, so wie die Tanzpädagogin Marike.
Foto: Warth Bild 1 von 43
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Regine Warth