Es braucht nicht immer ein Instrument, um Töne entstehen zu lassen. Auch mit der eigenen Stimme kann man Musik machen.Musik ist etwas Besonderes: Ein paar Töne genügen – schon fühlen sich die Menschen glücklich. Doch gibt es auch Melodien, die einfach traurig machen. Schon vor tausend Jahren haben sich Gelehrte überlegt, wie es denn sein kann, dass Musik auf Menschen unterschiedlich wirkt.
Musik wurde nicht von irgendjemandem erfunden. Sie hat sich entwickelt. Angeblich soll sich der Urmensch mit Melodien unterhalten haben, bevor er ein Wort gesprochen hat. Forscher sagen daher, dass nichts Gefühle besser ausdrücken kann als die Musik.
Das Geheimnis der Musik ist einfach: Sie ist nichts anderes als schwingende Luft, ein Hinundhertanzen kleinster Luftteilchen, sogenannter Moleküle.
In der Natur entstehen auf diese Weise ständig Klänge – wie in einem hohlen Baum, durch den der Wind pfeift. Auch Blätterrascheln ist beschwingte Luft.
Doch all diese Geräusche sind noch keine Musik. Wie wütende Bienen sausen die Luftteilchen dabei durcheinander. Erst wenn die Luftmoleküle in Reih’ und Glied schwingen, erklingt ein Ton, aus dem Musik gemacht wird. Dass es dabei nicht unbedingt Instrumente braucht, haben 15 Kinder bei der Schlau-mit-Paul-Aktion im Mercedes-Benz-Museum schnell herausgefunden:
Stehende Welle:
Es gleicht einem hüpfenden Laserstrahl, das grüne Seil, das in einer Seilwelle hin und her geschwungen wird. Tatsächlich können die Kinder hier beobachten, wie eine Gitarrensaite schwingt, wenn sie gezupft wird. Nur, dass hier kein Finger im Spiel ist, sondern ein Motor, der ein Seilende auf und ab bewegt. So entsteht eine Welle. Weil das andere Seilende festgeknotet ist, läuft die Welle wieder zurück. Am Ende schwingt das Seil in lauter kleinen Wellen hin und her.
Benzintank-Kontrabass:
Man nehme einen Benzintank, spanne ein Seil darüber – fertig ist der Tank-Kontrabass. Wird nun an dem Seil gezupft, dröhnt es kräftig: Der hohle Tank verstärkt den entstehenden Ton wie das Echo in einer Höhle. So funktionieren übrigens alle Saiteninstrumente.
Pumporgel:
Es braucht nicht immer Saiten, um Töne zu komponieren: Abflussrohre tun es auch. Diese wurden der Größe nach geordnet – wie Orgelpfeifen. Genauso funktioniert auch dieses Instrument: Wer mit einer kräftigen Bewegung kleine Rohre in die Abflussrohre schiebt, presst gleichzeitig viel Luft hinein. Diese lässt die hohlen Plastikrohre vibrieren. Wer nun schnell ist, kann kurze Melodien komponieren: Je kürzer die Rohre sind, umso stärker schwingt das Plastik. So erklingen helle Töne. Lange Rohre erzeugen tiefe Töne.
Komponierorgel:
Wer die kleinen Spielorgeln aus Metall kennt, für den ist die Komponierorgel leicht zu spielen – sofern er Muskeln wie ein Radrennfahrer hat. Denn um das Instrument anzutreiben, müssen die Kinder auf ein kleines Fahrrad steigen. Je schneller sie in die Pedale treten, umso schneller bewegt sich eine Metallwalze. Die kleinen Holzklötzchen, die in der Walze stecken, schubsen Hämmerchen an, die dann wiederum auf Metallrohre klopfen. Dadurch entstehen Töne. Weil die Holzpflöcke in der Walze umgesteckt werden können, kann jeder eigene Melodien komponieren.
Metallofon:
Eigentlich kann auf fast allem Musik gemacht werden – selbst auf Radkappen. Wird ordentlich dagegen geschlagen, gleichen die Klänge eher einem Scheppern als Musik. Aber Krachmachen bereitet eben auch Spaß.
Info:
Die Ausstellung Klangkörper im Mercedes-Benz-Museum ist bis zum 24. Januar geöffnet. Infos gibt es im Internet, www.mercedes-benz.com/kindermuseum.
Regine Warth