Baltasar (9) bastelt mit MetallfolieDie zwei Grabwächter gucken ernst und fast ein bisschen streng. Sie sitzen links und rechts des Eingangs, der in die dunkle Grabkammer des Königspalastes führt. Beide halten eine Schüssel in der Hand, die sie dem Besucher entgegenstrecken. Als würden sie erwarten, dass man ihnen etwas hineinwirft.
„Ein Eintrittsgeld“, vermutet Elias (9). Das stimmt zwar nicht ganz, aber so eine Art Eintrittsgeld erwarten die zwei Gestalten aus Stein tatsächlich: „Das ist ein Gefäß für Wasser“, erklärt Katrin Bressel, die die Kindergruppe durch die Ausstellung „Schätze des Alten Syrien“ im Landesmuseum in Stuttgart führt. Denn im Königreich Qatna (sprich Katna), aus dem die Königsgruft stammt, war es üblich, dass die Lebenden den Toten – und Wächtern – etwas zu essen und zu trinken mitbrachten.
Hoffentlich dürfen die 13 Kinder, die an der Schlau-mit-Paul-Aktion teilnehmen, trotzdem die Grabkammer besuchen! Sie haben nämlich gar nichts zu trinken für die Wächter mitgebracht. Aber die stummen Steinfiguren sind heute gut aufgelegt. Und so lassen sie die Jungen und Mädchen in die düstere Grabkammer ein.
Dort ist es zwar dunkel, aber aus den Vitrinen in den Wänden leuchten den jungen Besuchern Schätze entgegen: Da gibt es zum Beispiel eine Kette mit vielen verschiedenen Edelsteinen, die die Leute um die Hüfte trugen. Sie sollte böse Geister verjagen. Oder ganz viele kleine Blumen aus Gold, die sich die Menschen auf die Kleidung nähten. Außerdem Figuren wie Enten und Löwen aus Gold und Ton sowie jede Menge Krüge, in denen Wein und Speisen waren. Das alles legten die Menschen den Toten damals mit ins Grab.
Die Funde aus dem Königreich Qatna sind mehrere Tausend Jahre alt. Das Königreich, das im heutigen Syrien liegt (siehe Länderlexikon) gibt es schon lange nicht mehr. Vor mehr als 3000 Jahren hat ein anderes Volk Qatna niedergebrannt. Seither lagen die Überreste der Häuser und des Königspalastes sowie die Grabkammer unter einer dicken Staub- und Steinschicht.
Vor zehn Jahren haben Archäologen – so nennt man Forscher, die alte Sachen ausgraben – begonnen, nach den Resten von Qatna zu suchen. Dabei haben sie die Grabkammer entdeckt, aber auch ganz viele andere Sachen herausgefunden, die die Schlau-mit-Paul-Teilnehmer erfahren.
Häuser:Aus Lehm und Stroh stellten die Menschen Ziegelsteine her, aus denen sie ihre Häuser bauten. Diese hatten ein flaches Dach, auf dem man sitzen oder zum Beispiel Obst trocknen konnte.
Aussehen: Die alten Syrer trugen lange Haare mit Bändern und Bärte. Außerdem waren ihre Augen schlitzförmig.
Schrift: In Qatna ritzten die Menschen Briefe und Listen in Lehmtafeln. Die Schrift bestand aus vielen Strichen. Man nennt sie Keilschrift.
Essen: Unter anderem gab es Linsen, Milch, Honig, Datteln, Nüsse, Hühnchen, Eier und Granatäpfel.
Info: Das Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss Stuttgart bietet für Kinder Führungen und Workshops an, außerdem Führungen für die ganze Familie. Information unter Telefon 0711/ 89535111 oder im Internet: www.landesmuseum-stuttgart.de
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Gemeinsam mit Museumspädagogin Katrin Bressel erkunden die Kinder die Ausstellung "Schätze des Alten Syrien"
Foto: Daniela Holzer Bild 1 von 27
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Lisa Welzhofer