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Brillenpinguin Gerda lässt sich streicheln (Foto: Marko Belser) Brillenpinguin Gerda lässt sich streicheln
Foto: Marko Belser

Kennt ihr schon die Knochenbrecher?

Behutsam hält Helena (9) den Mehlwurm. Eigentlich war das Tierchen als Futter gedacht für die hübschen Geierperlhühner mit ihrer blauen Brust und den feinen weißen Linien im Gefieder. Doch Helena hat beschlossen, den Mehlwurm zu retten. Sie wird das Tier – das in Wahrheit gar kein Wurm, sondern die Larve des Mehlkäfers ist – mit nach Hause nehmen.

Mit zwölf anderen Kindern hat Helena diese Woche die Wilhelma besucht. Die Jungen und Mädchen hatten sich bei unserer Aktion Schlau mit Paul beworben und durften an einer Extraführung zum Thema „Schräge Vögel“ teilnehmen.

Gleich zu Beginn zeigt Stefanie Reska von der Wilhelmaschule die Flamingos. Vor dem Gehege öffnet sie ihre Tasche und holt rosafarbene Flamingofedern hervor. In der freien Natur fressen die Vögel Krebse. In ihnen steckt ein roter Farbstoff. Dieser sorgt dafür, dass die Federn rosa werden. „Fehlt der Stoff, sind die Federn weiß“, sagt Stefanie Reska. Im Zoo bekommen die Tiere statt Krebse einen Farbstoff ins Fressen gemischt, der auch in Paprikapulver vorkommt.

Auf dem Weg zu den Geiern bleibt Stefanie Reska auf einmal stehen. „Seht mal“, ruft sie und zeigt in die Luft. Hinter dem Amazonien-Haus sitzen drei Störche auf einem Baukran. „Da sitzen unsere Jungstörche.“ Aus irgendeinem Grund scheint es den Vögeln auf dem Kran besonders gut zu gefallen.

Fallen – das ist das richtige Stichwort für die Bartgeier. Die Vögel werden auch Knochenbrecher genannt und zwar aus folgendem Grund: Geier sind Aasfresser. Das heißt, die ernähren sich von den Überresten toter Tiere. Das Besondere an den Bartgeiern ist, dass sie das zu sich nehmen, was andere Geier übrig lassen: die Knochen.

Bis zu 20 Zentimeter lange Knochen kann ein Bartgeier schlucken. Mit größeren Knochen fliegt er hoch in die Luft, rast dann im Sturzflug hinab und lässt den Knochen fallen. Er zersplittert. Der Knochenbrecher hat’s geschafft.

Ganz schön schlau, was? Auch die Keas, neuseeländische Bergpapageien, haben ordentlich Grips im Hirn. Allerdings nutzen sie den die meiste Zeit, um irgendeinen Blödsinn zu machen. Ihr Gehege sieht aus wie ein vollkommen chaotisches Kinderzimmer: Allerhand Büchsen und Dosen sind verstreut. In der Ecke liegt ein rotes Bobbycar, dessen Lenker die Keas abgeknabbert haben.

Huch! Schon so spät? Jetzt müssen sich die Kinder aber beeilen. Sie haben eine Verabredung – mit Pauli. Der zwei Jahre alte Brillenpinguin ist das Patenkind von unserem Kinder-Chefreporter Paul. Doch Stefanie Reska warnt: „Er ist heute wohl etwas kratzbürstig.“ In der Tat. Als die Kinder am Gehege ankommen, dreht Pauli ihnen den Popo zu und verschwindet hinter einem Stein. Dafür lässt sich Pinguin Gerda ausgiebig streicheln.

Hat Helena jetzt, am Ende der Führung, einen Lieblingsvogel? Hm, sie überlegt kurz. Interessant fand sie alle. „Aber am meisten mag ich den Mehlwurm!“, sagt sie und hält schützend ihre Hand über das Tier.

 
Stefanie Raska zeigt ein Bild von Alex. Der Graupapagei hat in den USA gelebt und ist leider 2008 gestorben. Er wurde 34 Jahre alt und hat in seinem Leben für einen Papageien ganz erstaunliche Dinge getan. Er konnte 200 Wörter sprechen und wusste sogar, was er redet. Man konnte sich richtig mit ihm unterhalten. Außerdem konnte er bis fünf zählen. Toll, was?!
Foto: Marko Belser
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Marie-Luise Joepgen