Die Moderatoren Katharina Gast (links) und Pete DwojakManchmal erinnern einen Fernsehshows an Kindergeburtstage. Schauen wir uns zum Beispiel mal den „Tigerenten Club“ an: In dieser Sendung treten zwei Schulklassen gegeneinander an und zeigen in verschiedenen Spielen, was sie draufhaben. Ist doch alles ganz einfach, oder?!
Aber Pustekuchen! Damit die Show auf dem Bildschirm bei euch daheim so locker wirkt, muss das Team des „Tigerenten Clubs“ viel planen. An so einer Sendung wirken also ganz viele Leute mit. Das haben die Gewinner der Aktion Schlau mit Paul am Mittwoch bei ihrem Besuch im Studio des Clubs in Göppingen erfahren. Zwölf Jungen und Mädchen waren bei der Generalprobe und der Aufzeichnung einer Show dabei und haben die Moderatoren Pete Dwojak (27) und Katharina Gast (25) getroffen.
Ihr wollt auch eine kleine Einführung in die Fernsehwelt? Los geht’s: Der „Tigerenten Club“ ist keine Live-Show. Das heißt, jede Sendung wird aufgezeichnet – und zwar manchmal einige Wochen bevor sie im Fernsehen ausgestrahlt wird. In der Regel werden sieben Shows hintereinander aufgezeichnet, jeden Tag eine. Dann folgt eine Drehpause, in der neue Shows vorbereitet werden.
Das Spielchen wiederholt sich sechsmal im Jahr. Warum das so ist? Um eine Show aufzuzeichnen, muss im Studio viel vorbereitet werden. Zum Beispiel werden Kameras aufgebaut, Kabel verlegt und Scheinwerfer getestet. Wenn man mehrere Sendungen auf einen Schwapp erledigt, muss das Team nicht ständig alles auf- und abbauen. Und das spart Zeit und Geld.
An diesem Tag wird die Folge 704 des „Tigerenten Clubs“ aufgezeichnet. Als Tigerenten-Team treten Schüler des Bunsen-Gymnasiums aus Heidelberg an. Das Frosch-Team kommt vom Stuttgarter Königin-Charlotte-Gymnasium.
Das Thema der Sendung: Frauenfußball. Als Gast ist deshalb Steffi Jones (36) im Studio. Sie hat als Fußballerin schon das geschafft, wovon viele Profikicker noch träumen. Steffi Jones wurde mit der deutschen Nationalmannschaft 2003 Weltmeisterin. Außerdem ist sie dreimalige Europameisterin und bereitet jetzt als Chefplanerin die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland vor.
Das Thema dieser Show hat sich der Redakteur Nicolas Caspar ausgedacht. Außerdem gibt es immer einen Drehbuchautoren. Der schreibt auf, was in einer Show passieren soll und was die Moderatoren sagen sollen. Pete und Katharina lernen den Text dann auswendig.
Einen richtig coolen Job hat Peter Ulshöfer. Er denkt sich die Spiele in der Show aus. Diesmal ist ein neues Spiel dabei: Tipp-Kick mit Menschen. Je ein Spieler von den Tigerenten und von den Fröschen soll eine Maske aufsetzen, mit der er nichts mehr sehen kann. Ein anderer Spieler muss den Maskenträger so hinstellen, dass er den Ball ins Tor schießt. So weit der Plan. Aber klappt das auch in echt?
Damit bei der Aufzeichnung nichts schiefgeht, wird die Show vorher geprobt. Die Moderatoren sind noch nicht richtig geschminkt, und die Quizfragen sind natürlich andere als die in der Show. Ansonsten ist alles gleich.
Gerade hat das neue Tipp-Kick-Spiel begonnen. Da tönt eine Männerstimme durch das Studio: „Wir müssen kurz unterbrechen. Das Anziehen der Masken hat zu lange gedauert.“ Es ist die Stimme des Regisseurs Wolfgang Rommel. Er ist einer der Leute, die den Ablauf der Show bestimmen. Jetzt klären einige aus dem Team, wie das Anziehen der Masken später schneller funktioniert.
Später, das heißt nur etwa eine halbe Stunde nach der Probe. Dann beginnt nämlich gleich die Aufzeichnung. In der Zeit dazwischen ist das Team sehr konzentriert. Die Schüler sind eher aufgeregt. Und wir, die Gäste, müssen gut aufpassen, dass wir niemandem im Weg stehen. 170 Leute eilen durch die schmalen Gänge der ehemaligen Sporthalle, in der sich das Studio befindet.
Trotzdem dürfen wir noch einmal ins leere Studio. Dort zeigt uns der Produktionsleiter Sebastian Rau 200 Scheinwerfer, die für das richtige Licht sorgen, und fünf unterschiedliche Kameras, mit denen die Sendung aufgezeichnet wird. Dann heißt es: Bitte Ruhe! Die Show beginnt. Leise stehen wir im Hintergrund und sehen noch eine Weile zu. Eines wissen wir jetzt sicher: Einfach ist Fernsehenmachen nicht!
Die Folge 704 des „Tigerenten Clubs“ könnt ihr am 30. August um 9 Uhr im Ersten sehen. An diesem Sonntag, 19. Juli, ist außerdem ein Team der Stuttgarter Kinderspielstadt Stutengarten im „Tigerenten Club“ zu Gast. Das Thema lautet 40 Jahre Mondlandung. Mit dabei ist Sigmund Jähn (72), der 1978 als erster Deutscher ins All geflogen ist. Beginn: 9 Uhr im Ersten.
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Das Studio des "Tigerenten Clubs". Wie ihr an dem Männchen sehen könnt, geht es diesmal um Fußball.
Foto: Kathrin Thimme Bild 1 von 18
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