Paul auf dem PC
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 (Foto: Katharina Sorg) Foto: Katharina Sorg

Wo eure Zeitung entsteht

Felix (11) hält einen Block in der Hand und schreibt wie ein Wilder. „Das sind alles wichtige Dinge, die ich mir merken will“, sagt er. Wie ein richtiger Journalist!

Felix und 15 weitere Kinder durften am Mittwoch an einer Führung durch die Druckerei des Pressehauses in Stuttgart teilnehmen. Sie hatten sich bei der Aktion Schlau mit Paul beworben.

Doch bevor eine Zeitung gedruckt werden kann, müssen Journalisten sie mit Artikeln füllen. Deshalb fahren die Kinder erst einmal mit dem Aufzug in den dritten Stock des Pressehauses. Hier befindet sich die Redaktion der Stuttgarter Nachrichten, also das Büro der Journalisten. Auch KinderChefreporter Paul hat hier seinen Arbeitsplatz, genau wie seine rund 80 Kollegen.

Die Journalisten in der Redaktion und viele weitere Reporter in Deutschland und anderen Ländern der Welt schreiben wichtige Dinge auf, die an diesem Tag geschehen. Nun passiert aber so viel auf der Welt, dass man nicht alles in der Zeitung veröffentlichen kann. Sie wäre ein dickes Buch – und keiner würde es mehr schaffen, sie zu lesen.

Deshalb ist es eine wichtige Aufgabe von Journalisten, die wichtigsten Ereignisse herauszusuchen: Was interessiert unsere Leser wohl am meisten?

Die Redakteure der Stuttgarter Nachrichten beginnen um 10 Uhr morgens mit der Arbeit. Sie beginnen, Themen für die Zeitung, die am nächsten Tag erscheint, zu suchen. Manche Redakteure wissen schon, was sie schreiben werden. Aber sie brauchen noch einige Informationen. Deshalb lesen sie, telefonieren mit verschiedenen Leuten oder treffen sie. Diese Suche nach Informationen nennt man Recherche (sprich: Reschersche).

Um 12 Uhr treffen sich die Ressortleiter mit dem Chefredakteur Christoph Grote im Großen Konferenzraum und stellen ihre bisherigen Themen vor. Ein Ressort (spricht: Ressor) ist eine Abteilung, in der sich die Journalisten mit bestimmten Themenbereichen beschäftigen: zum Beispiel Sport, Politik oder Lokales. Im Lokalteil stehen Ereignisse, die in der Stadt, in der die Zeitung erscheint, geschehen.

Die Themen, die am Morgen festgelegt werden, ändern sich meist im Laufe des Tages. Schließlich passiert ständig was auf der Welt.

Nach dem Mittagessen sind die Blattmacher gefragt. Das sind Journalisten, die die Artikel und Fotos auf der Seite anordnen. Sie machen das mit einem bestimmten Computerprogramm.

Wenn alles fertig ist, werden die Seiten in die Druckerei des Pressehauses gesendet. Dort werden sie mit einer komplizierten Technik auf dünne Metallplatten kopiert. Das sind die Druckplatten. Auf sie kommen chemische Stoffe. Das führt später dazu, dass an manchen Stellen Farbe hängen bleibt, an anderen nicht.

Dann werden die Druckplatten in die Druckmaschine gehängt. Dort kommt Farbe auf sie. Das alles wird auf Gummiplatten gedruckt und von ihnen auf Papier. Schließlich könnten die harten Platten das Papier einreißen.

Die Maschine ist viel größer als euer Drucker am Computer daheim. Sie besteht aus mehreren Türmen und ist 17 Meter hoch, also etwa so hoch wie ein fünfstöckiges Haus. Sie ist mehr als 80 Meter lang, und allein an einem Turm druckt sie rund 43 000 Zeitungen in einer Stunde. Wow! Sarah (8) staunt und sagt: „Die Zeitung von morgen hebe ich auf, als Andenken!“

 
Bernd Haasis zeigt, wie weit er mit seiner Kinoseite ist. Er ist der Filmfachmann der Redaktion und geht in der Woche etwa viermal ins Kino. Toll? Na, ja. Arbeit ist das schon. Denn Bernd sitzt nicht mit Popcorn im Sessel und entspannt sich. Er muss genau aufpassen, was im Film geschieht und ob er gut gemacht ist.
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joep