Paul auf dem PC
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 (Foto: Katharina Sorg) Foto: Katharina Sorg

In der Weihnachtsbäckerei...

Es riecht nach Marzipan, Nüssen und Gewürzen. Dirk Voß steht mitten in seiner Backstube im Stuttgarter Osten und hält einen kleinen Teigbollen in der Hand. „Wer kann mir sagen, warum diese Brötchen größer werden, wenn man sie eine Weile liegen lässt?“, fragt der 43-Jährige. Maximilian (8) meldet sich: „Das liegt an der Hefe, die da drin ist.“ Dirk Voß ist beeindruckt: „Genau!“

15 Kinder dürfen an diesem Tag die Bäckerei von Dirk Voß und seiner Frau Iris besuchen. Die Mädchen und Jungen haben einen Platz bei der Aktion Schlau mit Paul gewonnen.

Nun stehen sie in der Backstube. Vor ihnen öffnet Dirk Voß eine Tür. Kälte strömt aus dem Raum. „Das ist so etwas wie euer Kühlschrank zu Hause. Nur viel größer“, erzählt er. Und siehe da: Die ganze Gruppe passt in den Raum. Vier Grad ist es kalt. Das muss so sein, denn hier lagern Zutaten und vorbereitete Backwaren. Wäre es wärmer, würden sie kaputtgehen.

Direkt nebenan liegt sogar noch ein größerer und kälterer Raum. Minus 18 Grad herrschen in Dirk Voß’ Riesen-Eistruhe. Brrr, schnell zurück in die warme Backstube.

Alles hier ist ein gutes Stück größer als daheim in der Küche. Auch die Rührmaschine. Jacqueline (7) stellt sich auf die Zehenspitzen. Doch sie kann kaum über den Rand der großen Rührschüssel blicken. Neben der Maschine ist ein seltsames Rohr angebracht.

Auf der anderen Seite hängt ein Computerbildschirm an der Wand. „Das alles brauchen wir, um Mehl abzuwiegen und in die Backstube zu bekommen“, sagt Dirk Voß.

Im Keller befinden sich mehrere Container mit Mehl. Wenn Dirk Voß Teig anrühren möchte, gibt er die Menge des Mehls in den Computer ein – zum Beispiel zwölf Kilo. Ein Programm im Computer sorgt dafür, dass diese Menge aus dem Keller über das seltsame Rohr nach oben gesaugt wird. Oben, in der Backstube, stellt dann jemand einen Behälter unter das Rohr. Dort hinein fällt das Mehl. Das ist geschickt. Sonst müsste ja ständig jemand in den Keller gehen und Mehl hochschleppen.

Wenn der Teig fertig ist, wird er – je nach Sorte – zu Brötchen, Brezeln oder Brot geformt. Dann kommt alles in einen der Backöfen. Ein Backofen hat zum Beispiel fünf Fächer. In eines passen auf einen Schlag entweder 24 Brote, 80 Brezeln oder 120 Brötchen.

Nun aber sind Maximilian und die anderen an der Reihe: Sie backen Weihnachtsplätzchen. Wie die Wilden formen sie Vanillekipferl, Butter-S, Ausstecherle, Bärentatzen und Kokosmakronen. Bäcker will aber dennoch keiner werden. Schließlich steht Dirk Voß jeden Tag schon um zwei Uhr nachts auf.

 
Bevor es in die Backstube geht, heißt es: Umziehen! Jeder bekommt eine Schürze und eine Bäckerkappe.
Foto: Katharina Sorg
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joep