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Tanja hat einen eigenen Feuerwehrhelm (Foto: Katharina Sorg) Tanja hat einen eigenen Feuerwehrhelm
Foto: Katharina Sorg

Besuch bei der Flughafen-Feuerwehr

Wow! Da staunt Martin (9) nicht schlecht. Soeben hat er von dem Flughafen-Führer Frank Dizinger erfahren, dass auf dem Flughafen Stuttgart 9500 Menschen arbeiten. Außerdem starten und landen hier jeden Tag 450 Flugzeuge. Und das Gelände des Flughafens ist so groß wie 546 Fußballfelder. Mein lieber Scholli!

Martin und 14 weitere Kinder durften am Mittwoch an einer Führung über den Flughafen teilnehmen. Sie hatten einen Platz bei Schlau mit Paul ergattert. Höhepunkt des Ausflugs war ein Besuch bei der Flughafen-Feuerwehr.

Genau, ihr habt richtig gelesen. Der Flughafen hat eine eigene Feuerwehr. Schließlich ist das Gelände so groß wie ein Dorf. Mehr als zehn Millionen Menschen fliegen jedes Jahr von hier ab oder kommen an. Da ist eine Feuerwehr sehr wichtig. In Stuttgart befindet sie sich ein ganzes Stück vom Hauptgebäude entfernt. In einem Bus fahren die Kinder hin.

Für den Flughafen Stuttgart sind 76 Feuerwehrmänner zuständig. Sie arbeiten aber nicht alle gleichzeitig, sondern in zwei Schichten. Wer im Dienst ist, muss jederzeit für einen Einsatz bereit sein. Innerhalb von zwei Minuten müssen die Feuerwehrleute am Einsatzort sein – egal, wo auf dem Gelände des Flughafens.

Wer aber denkt, dass die Feuerwehr nur zum Löschen da ist, liegt voll daneben. Zu ihr gehört auch der Rettungsdienst. Wenn also jemand auf dem Flughafen sehr krank wird, rückt ebenfalls die Feuerwehr aus. Und wenn Menschen in einem Aufzug stecken bleiben, ist das auch Sache der Feuerwehr.

„Alles in allem haben wir im Jahr etwa 5000 Einsätze“, sagt Andreas Rudlof. Er ist der Leiter der Flughafen-Feuerwehr. Ein schweres Flugzeugunglück hat sich in Stuttgart zum Glück noch nicht ereignet. „Es kam schon mal vor, dass ein Flugzeug eine Reifenpanne hatte oder die Bremsen bei der Landung heißgelaufen sind. Aber das war’s.“

Öfter mal gehen Brandmelder im Flughafengebäude los. Was nicht heißt, dass es auch wirklich brennt. „Trotzdem müssen wir immer in voller Besetzung ausrücken. Wir wissen ja nicht, was uns erwartet“, erzählt Andreas Rudlof.

24 Fahrzeuge stehen in der Garage der Feuerwehr. Darunter sind Wagen, die speziell für das Löschen von Flugzeugen gebaut sind. Für die Autofans unter euch ein paar Daten: So ein Auto hat 1000 PS und fährt 145 Kilometer in der Stunde schnell. Das ist für so ein großes Auto enorm. Jeder Wagen wiegt 42,5 Tonnen, und in seinem Tank sind 12 500 Liter Löschwasser.

Damit die Feuerwehrmänner sofort starten können, hängen die Autos ständig mit einem Kabel an der Steckdose. Der Strom sorgt dafür, dass der Motor immer warm ist. Neben der Tür zum Führerhaus gibt es außerdem einen sogenannten Außenstartknopf. Drückt man hier drauf, startet der Motor schon mal, während der Fahrer einsteigt. Es kann losgehen!

Obwohl noch nie etwas Schlimmes passiert ist, müssen die Feuerwehrleute immer darauf vorbereitet sein. Dafür trainieren sie auf der Atemschutzstrecke. Das ist so etwas wie ein mehrstöckiger Hindernisparcours in einem Käfig. Der wird erhitzt und unter Rauch gesetzt. Dann müssen die Feuerwehrleute in Schutzanzügen und mit Atemmasken durchkrabbeln. Dabei sehen sie meist nicht die Hand vor Augen. Doch so wäre es auch in einem brennenden Flugzeug. Auf der Strecke können sich die Feuerwehrleute daran gewöhnen.

für Schlau mit Paul macht Andreas Rudlof eine große Ausnahme. Die Teilnehmer dürfen durch die Atemschutzstrecke krabbeln. Natürlich ohne Hitze und Rauch. „Das ist voll cool“, ruft Raffael (10) nach der ersten Runde, und stellt sich gleich nochmal an. Tanja trägt sogar ihren eigenen Feuerwehrhelm. Den hat sie vor einigen Wochen zum Geburtstag geschenkt bekommen. Von ihrem Opa, der früher auch bei der Flughafen-Feuerwehr in Stuttgart gearbeitet hat. Vielleicht wird sie es eines Tages ja auch. Das wäre toll. Denn im Moment gibt es nur Feuerwehrmänner auf dem Flughafen in Stuttgart – keine Frauen.

 
Das ist einizgartig in Europa. Der Tower des Stuttgarter Flughafen befindet sich gar nicht auf dem Flughafen-Gelände. Er steht etwas abseits, weil die Fluglotsen von hier das Flugfeld besser überblicken können.
Foto: Katharina Sorg
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