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Flynn ist ein Sprengstoff- und Waffenspürhund (Foto: Jasmin Bühler) Flynn ist ein Sprengstoff- und Waffenspürhund
Foto: Jasmin Bühler

Die Schnüffler

Eines haben Dominik (7), Fabiola (10) und Roxanne (7) sicher nicht: Angst vor Hunden! Zusammen mit zwölf anderen Kindern haben sie an der ersten Aktion von Schlau mit Paul teilgenommen. Am Dienstag durften sie die Polizeihundeführerstaffel in Schorndorf besuchen und haben interessante Dinge gelernt.

Zur Staffel gehören 15 Hundeführer, darunter zwei Frauen. Jeder Polizist hat einen eigenen Hund, den er nach der Arbeit und im Urlaub mit nach Hause nimmt. „Das Wichtigste ist das Vertrauensverhältnis zwischen dem Hundeführer und dem Hund“, sagt der Hundeführer Frank Hoffmann (45), genannt Hoffi. Er erklärt: Der Hund muss sich auf sein Herrchen verlassen können und umgekehrt. Die beiden sind ein Team.

Die Hunde helfen den Polizisten bei ganz unterschiedlichen Aufgaben. Zunächst ist jeder ein Schutzhund. Dieser passt auf, dass kein Verbrecher seinem Herrchen etwas tut. Wagt der Gauner es trotzdem, beißt der Hund zu. „Auch zu Schlägereien werden wir immer wieder gerufen“, erzählt Jörg Nester. Er ist der Leiter der Polizeihundestaffel in Schorndorf. Wenn dann die Hunde bellen, bekommt so mancher Rabauke Angst und wird brav.

„Außerdem finden die Hunde Menschen, die sich verstecken – Einbrecher zum Beispiel“, sagt Nester. „Nehmen wir an, es gab einen Einbruch in einer Fabrik. Dann kann es sein, dass uns die Kollegen von der Streife zu Hilfe rufen. Sie umstellen die Fabrik, so dass keiner abhauen kann. Dann geht ein Hundeführer mit seinem Hund rein und sucht nach dem Einbrecher.“ Ein Polizeihund muss in der Lage sein, den Verbrecher zu finden. Egal, ob der sich hinter der Tür, auf dem Schrank oder hinter einem Regal versteckt.

Hat er ihn erwischt, bellt der Hund. Will der Verbrecher fliehen, beißt der Hund zu. Damit das klappt, trainieren Nester und seine Kollegen viel mit den Tieren. „Der Hund muss gehorchen“, sagt Nester. Sitz, Platz, Fuß – auf die Kommandos muss er sofort reagieren.

Doch auch das gezielte Zubeißen will gelernt sein. Dabei spielt ein Polizist den bösen Buben. An diesem Tag ist es Frank Hoffmann. Er trägt einen Schutzüberzug über dem Arm. Die Hunde lernen, in diesen Arm zu beißen. Das Training ist Spiel für sie. Vor allem der Schäferhund Brutus (5) wedelt aufgeregt mit dem Schwanz, wenn er in den Schutzarm beißen darf. Doch beim Einsatz ist Schluss mit lustig. Dann wendet Brutus das Gelernte an, um sein Herrchen Joachim Schmid zu verteidigen.

Außer dem Beschützen ihrer Herrchen haben die Hunde unterschiedliche Aufgaben. In jedem Fall aber spielt ihre feine Nase eine wichtige Rolle. Stellt euch vor: Hunde haben in ihrer Nase rund 225 Millionen Riechzellen. Mit ihnen können sie sehr viele verschiedene Gerüche erkennen. Wir Menschen haben dagegen nur 60 Millionen Riechzellen.

Die einen, wie der schwarze Schäferhund Flynn (10), können Sprengstoff und Waffen erschnüffeln. Die anderen, wie der Schäferhund Barry (5), haben gelernt, Drogen zu finden. Manche Erwachsene nehmen diese Mittel ein, um einen Rausch zu bekommen. Das ist sehr ungesund und oft sogar lebensgefährlich. Solche Rauschgifte zu besitzen oder zu verkaufen ist verboten. Deshalb sind sie meist gut versteckt.

Doch wie lernen die Hunde, Sprengstoff oder Drogen zu finden? „Ein guter Polizeihund hat einen ausgeprägten Spieltrieb“, sagt Nester. Beim Training wird das Spielzeug in die Nähe von Sprengstoff oder Drogen gelegt. So verbindet der Hund den Geruch mit seinem Spielzeug. Barry etwa denkt vielleicht: „Wo es so riecht, ist meine geliebte Beißwurst! Nix wie hin!“ An dem Ort, an dem der Geruch am stärksten ist, legt sich Barry hin. So weiß sein Herrchen: Hier lohnt es sich, mal nach Drogen zu suchen. Und als Belohnung gibt er Barry sofort sein Spielzeug, die Beißwurst.

„Wer will denn Hundeführer werden?“, fragt Nester. Florian (12) will. Andere eher nicht. Und Fabiola weiß noch nicht so recht. „Vielleicht. Vielleicht werde ich aber auch Fußballerin.“

 
Die Hundeführer Jörg Nester, Michael Wahl und Klaus Waibel (von vorn nach hinten)
Foto: Bühler
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Euer Paul